Beschreibung
Die Bell P-39 Airacobra war eines der ungewöhnlichsten Jagdflugzeuge des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde von der Bell Aircraft Corporation entwickelt und hob erstmals am 6. April 1938 ab. Ursprünglich sollte die P-39 mit einem Turbolader ausgestattet werden, doch aus Produktions- und Wartungsgründen entschied man sich, diesen wegzulassen. Dadurch war das Flugzeug in großen Höhen weniger leistungsfähig als andere Jäger, aber in niedrigen und mittleren Höhen erwies sich die Airacobra als äußerst effektiv.
Ein zentrales Merkmal der P-39 ist der Mittelmotor, der hinter dem Piloten eingebaut wurde. Der Allison V-1710 V-12-Motor mit 1.200 PS trieb den Propeller über eine lange Welle an, die durch den Rumpf verlief. Dieses Konzept schuf eine aussergewöhnlich schlanke Flugzeugnase, in die eine mächtige 37-mm-M4-Kanone eingebaut wurde. Ergänzt wurde diese Bewaffnung durch zwei 12,7-mm-Maschinengewehre im Bug und weitere Waffen in den Tragflächen. Damit war die P-39 nicht nur ein ernst zu nehmender Luftüberlegenheitsjäger, sondern auch ein exzellentes Flugzeug für Erdkampfeinsätze.
Die P-39 wurde in einer Stückzahl von über 9’500 Exemplaren gebaut und in verschiedene Länder geliefert. Neben der USAAF setzten auch Großbritannien, Australien und Frankreich das Flugzeug ein. Ihren grössten Erfolg erzielte sie jedoch bei der Sowjetunion, die im Rahmen des Lend-Lease-Programms mehr als 4.700 Maschinen erhielt. Die sowjetischen Piloten schätzten die Airacobra besonders für Tiefflugangriffe und Einsätze nahe der Frontlinie. Der berühmte sowjetische Flieger Alexander Pokryshkin erzielte den Grossteil seiner 59 bestätigten Abschüsse in einer P-39.
Technisch war die Airacobra robust und wendig. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei rund 605 km/h, die Reichweite bei ca. 840 km. Mit einer Spannweite von 10,4 Metern und einer Länge von 9,2 Metern war sie kompakt und gut zu manövrieren. Ihr Bugfahrwerk war für die 1940er Jahre untypisch, erleichterte aber Starts und Landungen auf unebenen Pisten erheblich.
Trotz ihrer Einschränkungen in großen Höhen bewährte sich die P-39 als vielseitiges Jagd- und Angriffsflugzeug. Ihre Kanone war stark genug, um auch gepanzerte Fahrzeuge zu bekämpfen. In Bodenschlachten, Tiefflugangriffen und Luftkämpfen in mittleren Höhen konnte die Airacobra ihre Stärken ausspielen.
Heute gilt die Bell P-39 Airacobra als ein Stück Luftfahrtgeschichte. Restaurierte Exemplare sind nur selten auf Flugshows zu sehen und begeistern Liebhaber durch ihre einzigartige Konstruktion und markante Silhouette. Das Flugzeug steht sinnbildlich für die Experimentierfreude der US-Luftfahrtindustrie und den unkonventionellen Ansatz, ein Jagdflugzeug mit einer Kanone in der Propellernabe auszustatten.













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