Beschreibung
Staiber Modellbau Rivella HBIS Werbewagen von 1987 – Wenn 5000 Wagen plötzlich vor dem Haus stehen
Nach den Aufträgen für Tritel PTT und Cementit wurde es für mich als damals noch jungen Unternehmer zunehmend schwieriger, weitere grössere Stückzahlen an HBIS-Wagen zu erhalten.
Der damalige Importeur von Roco war verständlicherweise nicht gerade begeistert, einem jungen Mann mit grossen Plänen und noch überschaubarer Lebenserfahrung immer wieder so viele Wagen zu liefern. Die Quelle bei Hobby Toys in Wollerau versiegte deshalb schon bald.
Mich störte das damals allerdings kaum. Als dynamischer Jungunternehmer sah ich darin weniger ein Problem als vielmehr eine neue Aufgabe 😉.
Direkt bei Roco anfragen
Also schrieb ich kurzerhand direkt an Roco in Salzburg. Die Antwort liess nicht lange auf sich warten: Man könne den Importeur leider nicht umgehen – aber bei einer Stückzahl von 5000 HBIS-Wagen würde sich die Verkaufsleitung telefonisch mit mir in Verbindung setzen.
Ich dachte mir nur: Warum nicht?
Und tatsächlich – kurze Zeit später klingelte das Telefon. Roco hielt Wort.
Die grosse Bestellung
Die gesamte Bestellung lief schliesslich über einen grossen Händler in Österreich, der mir die Wagen dann in die Schweiz lieferte. Zu meinem Vorteil hatte ich auf diesem Weg sogar noch den besseren Preis. Sehr zur Freude meiner Kalkulation – und vermutlich eher weniger zur Freude des bisherigen Importeurs.
Die Anzahlung war gemacht, die Auftragsbestätigung gefaxt und der Liefertermin auf 3 bis 4 Monate angesetzt. Alles klang bestens. Fast schon verdächtig reibungslos.
21 Paletten vor dem Reihenhaus
Einige Monate später wurde es dann ernst: Vor unserem Reiheneinfamilienhaus in Liebefeld stand plötzlich ein Sattelschlepper der Gebrüder Weiss mit 21 Paletten zerlegten HBIS H0 Wagen.
Spätestens in diesem Moment erkannte ich den Ernst der Lage. 5000 Wagen und ein Reihenhaus – das war keine Kombination, die in klassischen Logistik-Lehrbüchern empfohlen wird 😄.
Familienlogistik auf höchstem Niveau
Zum Glück gab es noch eine leere Garage in Köniz, den schönen grossen Bastelraum meines Vaters und natürlich die Waschküche meiner Mutter. Was heute vielleicht als dezentrale Lagerstrategie verkauft würde, hiess damals schlicht: Jeder freie Quadratmeter zählt.
Gegen Abend war dann tatsächlich alles verstaut. „Verstaut“ bedeutete allerdings nicht, dass noch viel Platz übrig war. Normales Gehen war von da an eher schwierig – man bewegte sich mehr seitwärts durch die Räume. Arbeitsplatzsharing würde man das heute wohl nennen.
Die Motivation meiner Eltern, mir tatkräftig zu helfen, war entsprechend gross. Je schneller der belegte Platz wieder frei wurde, desto besser für alle Beteiligten.
Der Abverkauf läuft an
Die Wagen wurden in der Folge zügig abverkauft. Zu den Varianten gehörten unter anderem:
- Rivella
- Lista
- Sulzer
- Orangina
- Fontessa Elm
Damit wurde aus unserem vorübergehenden Familienlager nach und nach wieder ein normales Zuhause – oder zumindest etwas, das wieder entfernt danach aussah.
Ein grosses Dankeschön
Auch hier geht ein riesengrosses Dankeschön an Sandro und an meine Mutter, die immer mitgeholfen haben, Pakete vorzubereiten und zu versenden.
Ohne diese Unterstützung wäre aus der grossen Lieferung wohl eher ein bleibendes Einrichtungskonzept geworden.
Fazit
Dieser Werbewagen steht nicht nur für kreative Modellbahnwerbung, sondern auch für eine Zeit, in der Unternehmergeist, Improvisation und Familienhilfe ganz selbstverständlich zusammengehörten.
Oder anders gesagt: 5000 Wagen zu bestellen war das eine – sie im Reihenhaus unterzubringen die eigentliche Meisterleistung 😄














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