Beschreibung
Die Dewoitine D.520 gilt als der beste französische Jagdflugzeugentwurf vor und während des Zweiten Weltkriegs. Entwickelt ab 1936 vom Ingenieur Emile Dewoitine, absolvierte sie ihren Erstflug im Oktober 1938. Ihr aerodynamisch schlanker Ganzmetallrumpf und die sauber verkleideten Landeklappen verliehen ihr hervorragende Wendigkeit und hohe Reisegeschwindigkeit. Angetrieben wurde sie vom 12-Zylinder-Hispano-SUI-12-Motor mit 920 PS, der der D.520 eine Höchstgeschwindigkeit von rund 530 km/h ermöglichte – deutlich mehr als den meisten zeitgenössischen Jägern.
Im Frühjahr 1940 war die D.520 einsatzbereit: Etwa 437 Maschinen wurden noch rechtzeitig ausgeliefert, um in der Luftschlacht um Frankreich gegen die deutsche Luftwaffe anzutreten. Obwohl zahlenmäßig unterlegen, erzielten französische Piloten mit der D.520 oft überraschende Erfolge gegen Messerschmitt Bf 109. Ihre hervorragende Wendigkeit und die effektive Bewaffnung – eine 20-mm-Kanone im Motorraum und vier 7,5-mm-Maschinengewehre in den Flügeln – machten sie für Tieffliegerangriffe und Luftüberlegenheitseinsätze geeignet.
Nach dem Waffenstillstand von Juni 1940 verblieben viele D.520 in Vichy-Frankreich unter dem Kommando der Vichy-Luftwaffe. Einige Maschinen wurden ab 1942 an die Deutsche Luftwaffe abgegeben oder dienten in Nordafrika. Mit Beginn der Operation Torch wechselten zahlreiche bereits vorhandene D.520 zur „Forces aériennes françaises libres“ (FAFL). Französische Piloten flogen sie an der Seite alliierter Verbände gegen Achsenmächte, bis sie gegen Ende 1942 zunehmend von modernisierten britischen und US-amerikanischen Jagdtypen verdrängt wurden.
Die D.520 besaß eine gute Steigleistung von rund 15 m/s und eine Reichweite von etwa 700 Kilometern. Das Cockpit war relativ komfortabel, verfügte aber lediglich über eine einfache Panzerung und begrenzte Instrumentierung. Aufgrund mangelnder Stückzahlen und logistischer Probleme konnte sie nicht die zahlenmäßige Dominanz der deutschen Fliegerkräfte brechen, gilt jedoch als französischer „Geheimtipp“ unter Zweiter-Weltkriegs-Jägern.
Nach Kriegsende verschwanden die letzten D.520 schrittweise aus den USAF- und RAF-Beständen. Nur wenige Maschinen überlebten als Museumsstücke. Heute erinnert die Dewoitine D.520 an Frankreichs Mut und Innovationskraft in schwierigen Zeiten. Ihr schlankes Design, kombiniert mit der leistungsfähigen Bewaffnung, macht sie zu einem begehrten Sammlerstück im Maßstab 1 : 72 oder 1 : 48. Zahlreiche Modellbauer und Historiker würdigen sie als technischen Meilenstein, der bewies, dass Frankreich trotz politischer Turbulenzen in der Luftfahrt einen Spitzenplatz einnahm.














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