Beschreibung
Die SBB Be 4/7 – Pionierin des elektrischen Bahnverkehrs in der Schweiz
Die SBB Be 4/7 ist eine der bedeutendsten Elektrolokomotiven in der Geschichte der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Entwickelt in den frühen 1920er-Jahren, steht sie sinnbildlich für den Beginn der grossflächigen Elektrifizierung des Schweizer Eisenbahnnetzes – insbesondere auf den anspruchsvollen Strecken der Gotthardbahn. Ihre Einführung markierte einen technologischen Meilenstein im alpinen Bahnverkehr und prägte jahrzehntelang das Bild des Güter- und Schnellzugdienstes in der Schweiz.
Entwicklung und Hintergrund
Nach dem Ersten Weltkrieg beschlossen die SBB, aufgrund steigender Kohlepreise und der geopolitischen Unsicherheit, vermehrt auf elektrischen Zugbetrieb zu setzen. Die topografisch anspruchsvolle Gotthardstrecke mit ihren langen Steigungen und engen Kurven war besonders geeignet, die Vorteile der Elektrolokomotiven auszuspielen: mehr Zugkraft, geringerer Verschleiss und hohe Betriebssicherheit.
Zwischen 1921 und 1928 wurden insgesamt 60 Lokomotiven der Reihe Be 4/7 in Betrieb genommen. Sie wurden von den Schweizer Firmen SLM Winterthur, Brown, Boveri & Cie. (BBC) sowie MFO gefertigt. Die Maschinen waren für eine Dauerleistung von ca. 2.100 kW ausgelegt und erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 75 km/h – für damalige Verhältnisse ein sehr respektabler Wert, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr.
Technisches Konzept
Die Be 4/7 besass eine ungewöhnliche Antriebsanordnung: Auf einer Seite war ein sogenannter Buchli-Antrieb montiert, bei dem der Motor ausserhalb des Rahmens angeordnet war und über ein Gelenksystem die Achse antrieb. Diese Bauart galt als besonders wartungsfreundlich und langlebig. Auf der anderen Seite war ein konventioneller Stangenantrieb verbaut. Der Aufbau war symmetrisch, mit zwei Führerständen, was das Rangieren und den Richtungswechsel erleichterte.
Diese Kombination ermöglichte eine gleichmässige Kraftverteilung auf mehrere Achsen und sorgte für hervorragende Laufeigenschaften auf kurvenreichen Bergstrecken.
Farbgebung: Braun vor Grün
Anfangs wurden die Maschinen in einem dunklen Braunton lackiert, dem sogenannten „Schokoladenbraun“. Diese Farbgebung galt als traditionell und wurde bis in die 1950er-Jahre bei vielen Elektrolokomotiven verwendet. Der braune Anstrich war pflegeleicht, harmonierte mit dem damaligen Corporate Design der SBB und war weniger anfällig gegenüber sichtbaren Schmutz.
Ab Mitte der 1950er-Jahre änderte sich das ästhetische Empfinden der Bahn. Die SBB führte allmählich eine grüne Lackierung ein, welche als moderner und technischer galt. Auch war das neue Grün besser sichtbar und vereinheitlichte das Erscheinungsbild mit neueren Loktypen. So wurden viele Be 4/7 im Zuge von Revisionen umlackiert – einige wenige, wie die Be 4/7 12504, blieben jedoch dauerhaft braun oder erhielten ihre Originalfarbe zurück im musealen Erhaltungszustand.
Einsatzende und Nachleben
Die letzten Be 4/7 blieben bis in die 1970er-Jahre im aktiven Dienst, einige wenige sogar noch bis Anfang der 1980er. Sie wurden dann durch modernere Loktypen wie die Re 4/4 II oder Re 6/6 ersetzt. Mehrere Exemplare blieben als Denkmal- oder Museumsloks erhalten – ein Zeichen ihres technischen und historischen Wertes. Weitere Informationen zur Be 4/7 sind auf Wikipedia verfügbar.



























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